Stille.
Fünf Minuten nichts sagen. Nur da sein. (Schwerer als gedacht.)
Über Gebet kann man vieles lesen: neurowissenschaftliche Studien, spirituelle Ratgeber, skeptische Kommentare. Man kann aber auch tun, was man in Zürich sonst mit allem tut, was einen interessiert: es mal ausprobieren.
Deshalb: ein Selbstversuch. Sieben Tage, fünf Minuten pro Tag, mit einfacher Anleitung. Du brauchst keine Qualifikation — nur die Bereitschaft, das Experiment ehrlich einzugehen.
Falls Gott existiert und ansprechbar ist, sollte sich das bemerkbar machen. Wahrscheinlich nicht spektakulär. Aber bemerkbar.
Jeden Tag die gleiche Zeit — morgens funktioniert erfahrungsgemäss am besten. Handy weg (Flugmodus). Notizbuch bereit. Nach jedem Tag zwei Sätze: Was habe ich getan? Was habe ich bemerkt?
Fünf Minuten nichts sagen. Nur da sein. (Schwerer als gedacht.)
Sag Gott, was du wirklich denkst. Auch: «Ich weiss nicht, ob da jemand zuhört.» Das ist ein gutes Gebet, weil es ehrlich ist.
Zähl auf, was gerade gut ist. Konkret, nicht allgemein. (Der Kaffee zählt.)
Stell eine Frage, die dich wirklich beschäftigt. Schreib sie auf. Bring sie ins Gebet. Beobachte den Rest der Woche.
Bete für zwei Menschen, die dir wichtig sind. Mit Namen und einem konkreten Wunsch.
Bete im Gehen. Deine Strasse, im Garten, im Quartier — Route egal, Richtung offen.
Lies deine Notizen. Notiere drei Beobachtungen. Was ist passiert — in dir, um dich?
Wir versprechen nichts. Gott ist kein Automat, und wir sind keine Verkäufer. Aber wir haben zu viele Geschichten gehört — und selber erlebt — dass Gott da ist und oft Gutes tut.
Tag 8: Falls nichts war — danke, dass du es versucht hast. Im Ernst. Falls etwas war — eine Ruhe, ein Zufall zu viel, eine Antwort —, erzähl es uns. Oder komm an einem Sonntag vorbei und erzähl es nicht. Beides okay.
«Bittet, und es wird euch gegeben; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet.»
Klingt wie eine Einladung. Ist es auch.
Lade die A5-Karte als PDF herunter — druck sie aus, leg sie neben das Bett, verschenk sie weiter. Oder erzähl uns nach Tag 8, wie es war.
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